Fragen & Antworten zum Kupferball

Auf dieser Website finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema Kupferball.  Die Inhalte dieser Website ersetzen nicht das individuelle Aufklärungsgespräch mit Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen und dienen zur zusätzlichen Information.

Der Kupferball ist eine Methode zur Schwangerschaftsverhütung, die ganz ohne Hormone auskommt und für 5 Jahre wirksam ist. Er verhütet dort, wo er soll - in der Gebärmutter. Die Verhütungswirkung geht überwiegend vom Kupfer aus. Die keimhemmende Wirkung von Kupfer ist bekannt und verringert zusätzlich das Infektionsrisiko.

Der Kupferball besteht aus einer speziellen Formgedächtnislegierung, die in der Medizin schon seit langem für Implantate wie z.B. Stents verwendet wird. Der gebärmutterfreundlich geformte Draht ist mit einer weißen Polymerschicht ummantelt. Darauf aufgefädelt befinden sich 17 Kupferperlen, die für die Verhütung sorgen.

Der sphärisch geformte Kupferball liegt frei beweglich in der Gebärmutter, ohne Enden und Kanten. Kaum ist der biegsame Trägerfaden durch das Einführungsröhrchen in die Gebärmutter gerutscht, erinnert er sich an seine 3-dimensionale Vergangenheit und nimmt wieder seine rundliche und geschmeidige Form an.

Der hormonfreie Kupferball ist in etwa vergleichbar mit der Sicherheit der Antibabypille bei korrekter Einnahme. Es bietet jedoch keine Verhütungsmethode 100% Sicherheit.

Der Pearl Index ist ein Beurteilungsmaß für die Zuverlässigkeit der Empfängnisverhütung.

Er sagt aus, wie sicher eine Verhütungsmethode ist und gibt an, wie viele Frauen von 100 ungewollt schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang eine bestimmte Verhütungsmethode anwenden.

Beispiel: Ein Pearl-Index von 2 besagt, dass 2 von 100 Frauen innerhalb eines Jahres schwanger werden, wenn sie auf die angegebene Art verhütet haben (z.B. Kondom: Pearl-Index 2- 3).

Je kleiner also der Pearl-Index ist, desto sicherer ist das Verhütungsmittel. Der Pearl Index des Kupferballs liegt unter 1.

Die abgegebenen Kupferionen vermindern die Beweglichkeit die Spermien und verhindern so die Befruchtung der Eizelle. Der Eisprung wird durch den Kupferball, im Gegensatz zur Kombinationspille, nicht unterdrückt.

Der hormonfreie Kupferball wirkt 5 Jahre.

So können Sie sich entspannen und brauchen über Jahre nicht an Verhütung zu denken.

Der Empfängnisschutz besteht sofort nach dem erfolgreichen Einsetzen des Kupferballs.  Der Kupferball schützt allerdings nicht vor sexuell übertragbaren Erkrankungen.

Der hormonfreie Kupferball wird von Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt in die Gebärmutterhöhle eingebracht. Ihre Ärztin/Ihr Arzt kann den Kupferball während der Sprechstunde - nach individueller Aufklärung und einer Untersuchung - legen.

Vor der Insertion wird eine vollständige gynäkologische Untersuchung durchgeführt. Dabei wird die Lage der Gebärmutter bestimmt, mit einer Sonde ihre Beschaffenheit untersucht und ihre Größe ausgemessen. Bei Frauen, die noch nicht geboren haben, muss der Gebärmutterhals eventuell etwas gedehnt werden. Der Kupferball wird mit Hilfe eines dünnen Einführungsröhrchens (Applikator) durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter eingeführt, wo er sich entfaltet und sofort wirkt. Der richtige Sitz wird nach dem Einlegen mittels Ultraschall überprüft.

Die beste Zeit für das Einsetzen des Kupferballs sind die letzten Tage der Menstruation, da in diesen Tagen der Gebärmutterhals besonders weit geöffnet ist und die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft am geringsten ist. 4-12 Wochen nach dem Einsetzen des Kupferballs sollte eine Kontrolle durchgeführt werden. Danach sollten Sie mindestens einmal jährlich einen Kontrolltermin mit Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt vereinbaren.

Beim Geschlechtsverkehr können Sie oder Ihr Partner den richtig eingesetzten Kupferball nicht spüren. Ab und zu wird der Rückholfaden als störend empfunden - Ihre Frauenärztin / Ihr Frauenarzt kann diesen dann kürzen.

Der Kupferball ist ideal für alle Frauen, die sich eine langfristige und zuverlässige Verhütungsmethode wünschen, an die sie nicht denken müssen. Voraus geht allerdings immer ein persönliches Gespräch mit Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen und eine eingehende Untersuchung der anatomischen Verhältnisse Ihrer Gebärmutter. Danach wissen Sie, ob und welche Verhütungsmethode für Sie am besten geeignet ist.

Heute ist man immer mehr der Auffassung, dass diese wirksame Verhütung auch junge Frauen, die noch kein Kind geboren haben, verwenden können. Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird Sie eingehend beraten, ob der Kupferball für Sie geeignet ist. Die Fruchtbarkeit ist sofort nach dem Entfernen wieder hergestellt.

Der Kupferball stellt eine Alternative zur dauerhaften Sterilisation dar - eine Operation, die vermieden werden kann.

In wenigen Ausnahmefällen sollte vom Kupferball als Verhütungsmittel abgesehen werden. Für Frauen die an einer äußerst seltenen Kupferallergie bzw. an der ebenfalls seltenen Kupferspeicherkrankheit Morbus Wilson leiden ist die Anwendung allerdings ausgeschlossen.

Der Empfängnisschutz ist sofort nach dem erfolgreichen Einsetzen gegeben, trotzdem sollten Sie nach dem Einsetzen des Kupferperlen-Balls 5 bis 7 Tage keinen Geschlechtsverkehr haben. Geben Sie Ihrer Gebärmutter diese Zeit um sich an den Kupferball zu gewöhnen. Aus diesem Grund sollten Sie auch für diesen Zeitraum auf die Benutzung von Tampons und Menstruationstassen verzichten.

In den ersten Tagen nach dem Einlegen kann es zu leichten Blutungen kommen. Es können auch leichte Krämpfe und Schmerzen auftreten, die aber üblicherweise bald abklingen. Zudem können die ersten Menstruationsblutungen stärker sein als gewöhnlich. Es kann auch zu sogenannten Schmierblutungen kommen. Sobald sich Ihr Körper an den Kupferball gewöhnt hat, lassen diese Nebenwirkungen nach und die Menstruationsblutung normalisiert sich in den allermeisten Fällen.

Der Eisprung wird durch den Kupferball nicht unterdrückt - Sie haben weiterhin ihren normalen Zyklus, der in manchen Fällen stärker wird. Auch die Beschwerden bleiben in aller Regel unverändert.

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